1. Januar – 31. Dezember 2019

31.12.2019

Gleich zu Beginn des Jahres mussten wir leider mit einer liebgewonnenen Tradition brechen: Kurz vor den Festtagen erhielten wir vom Wirt des Hotels Hasenberg die traurige Mitteilung, dass er schwer erkrankt sei und er zur Behandlung nach Japan gehen würde. Das Restaurant stehe für das Shinnenkai-Essen im Januar nicht zur Verfügung. Dank des wertvollen Hinweises eines Mitglieds konnten wir das Fest kurzfristig im schönen Gotthardsaal des Restaurants Belvoirpark, der Hotelfachschule Zürich organisieren. Am Samstag, 19. Januar nahmen daran 82 Personen teil. Das Mittagessen wurde mit der wunderschönen Musik von Reina Abe (Querflöte) und Fuyuku Matsumoto (Gitarre) aufgelockert. Leider war die Japanische Botschaft dieses Jahr nicht vertreten.

Am 22. Januar fand vor vollem Haus die Lesung des Buchs „Frühlingsgarten“ mit Tomoka Shibasaki statt. Die Übersetzung des Romans in die deutsche Sprache wurde ermöglicht durch die finanzielle Unterstützung der Schweizerisch-Japanischen Gesellschaft auf Initiative ihres Präsidenten, Herrn Herbert Haag. Prof. Eduard Klopfenstein (Einführung), Sieglinde Geisel (Moderation), Oriana Schrage (Lesung) und Daniela Tan (Übersetzung) gestalteten einen lebendigen und spannenden Abend mit der sympathischen, jungen Autorin.

Bei den traditionellen und sehr beliebten Filmmatinées wurde in Basel am 31. März und in Zürich 7. April der Film „Hana“ von Hirokazu Kore-eda gezeigt. Die sanft-humorvolle Geschichte aus dem frühen 18. Jahrhundert lockte sehr viele Besucher in die beiden Kinos.

Im Rahmen des Ginmaku-Filmfestivals durften wir in Zusammenarbeit mit der Universität Zürich den Gastauftritt des berühmten Regisseurs von „Complicity“, Kei Chikaura am 22. Mai mitgestalten. Beim anschliessenden, von der SJG offerierten Apéro entstanden angeregte Gespräche.

Die Mitgliederversammlung fand dieses Jahr am 15. Juni in Bern statt. 61 Personen trafen sich in der Schmiedstube in Bern zum Apéro und Mittagessen. Die Herren Ikkatai und Shimogaite von der Japanischen Botschaft ehrten uns mit ihrer Anwesenheit und einer Begrüssung. Im Bernischen Historischen Museum konnten anschliessend japanische Schätze bewundert werden.

Dann, Ende August, fand der grosse Höhepunkt des Jahres statt: Die Nō- und Kyōgen-Aufführungen der Umewaka Kennōkai Foundation vom 26. August in der Tonhalle Maag Zürich und vom 29. August im Musical Theater Basel! Dies in Zusammenarbeit mit dem Japanischen Kulturinstitut Köln (Japan Foundation), vertreten durch Herrn Hans-Dieter Reese. Und wie schon beim Bunraku-Theater im Jahr 2014 hat unser Präsident, Herbert Haag auch diesmal keine Mühen gescheut, um dem Schweizer Publikum wiederum eine der grossen Bühnenkünste Japans präsentieren zu können. Die Gäste aus Japan haben vor sehr gut besetzten Häusern grandiose Vorstellungen gezeigt, das Publikum war begeistert. Herbert Haag hat wie schon fürs Bunraku einen wunderschönen und inhaltlich sehr reichen Katalog erstellt.

Die Nō-Aufführungen wurden ergänzt durch Begleitanlässe, die von der SJG unterstützt wurden: dem Workshop „Zwischen-Welten“ an der Universität Zürich – eine Einführung in die Welt des Nō – und dem Rezital „Die Stille der Wirklichkeit“ des Pianisten Werner Bärtschi (Wege in die Klangwelt des Nō) am Konservatorium Zürich.

Über den Sommer und im Herbst konnte die Schweizerisch-Japanische Gesellschaft einige Fremdanlässe finanziell und werbemässig mitunterstützen und als Partner auftreten. So der Anlass im Gärtnerhus Basel „Kunst durch Keramik und Blumen“, das Heidi-Symposium im Landesmuseum Zürich, das Seminar über „Kamishibai“ an der Universität Zürich und das Musiktheater „Scrooge“.

Im Herbst hat Frau Kyoko Ginsig einmal mehr ihre beliebten Konversationskurse durchgeführt.

Die zweite Serie der Filmmatinées dieses Jahres fanden mit dem Film „Tokyo Sonata“ von Kiyoshi Kurosawa am 17. November in Basel und am 24. November in Zürich wiederum vor vollen Häusern statt.

Am 13. Dezember haben sich 40 Personen zum Bōnenkai im Restaurant Takano City getroffen. Der Anlass war gleichzeitig eine Art Abschiedsparty für Herrn Ichiro Shimogaite, Leiter des Japanischen Kultur- und Informationszentrum der Botschaft in Bern. Er wurde nach Namibia abberufen. Dabei stellte er seine Nachfolgerin, Frau Aki Sugaya vor.

Der Vorstand hat sich im Jahr 2019 sechs Mal zu einer Vorstandssitzung getroffen. Per 31.Dezember 2019 führte die SJG 553 gültige Adressen, die sich wie folgt zusammensetzten: 33 Jugendliche, 332 Einzelmitgliedschaften, 183 Paare sowie 5 Firmen. 2019 haben wir 44 neue Mitglieder gewonnen und 15 verloren. Einige haben aus verschiedenen Gründen gekündigt, andere ihren Mitgliederbeitrag für 2 Jahre oder länger nicht mehr bezahlt.
Das vergangene finanzielle Vereinsjahr 2019 hat die Gesellschaft mit einem Gewinn von Fr. 2’092.17 abgeschlossen.

Das ausgezeichnete Finanzergebnis des Nō-Theaters, das unerwarteterweise einen Gewinn erzielte, erlaubt uns für den Herbst 2021 einen weiteren Grossanlass – eine Gagaku-Aufführung des originalen kaiserlichen Hoforchesters mit Konzert und Hoftanz – ins Auge zu fassen und dafür eine Rückstellung von Fr. 10’000.- zu buchen. Ebenfalls konnten wir am Jahresende der Swiss Re offerieren, die als Sponsor die Nō-Aufführungen finanziell unterstützte, den unbenützten Grossteil ihres Beitrages (Fr. 20’000.-) zurückzuzahlen oder für eine zukünftige Veranstaltung zurückzustellen. Die Antwort von Swiss Re steht noch aus.
Die allgemeinen Ausgaben beinhalten die Kosten der Buchübersetzung «Frühlingsgarten» durch Daniela Tan im Gesamtbetrag von Fr. 11’296.80.
Das Gesellschaftsvermögen beträgt am 31.12.2019 Fr. 63’318.78.